Stevia

Stevia

Unsere Vorfahren wussten genau, weshalb sie Zucker sparsam dosiert als Gewürz verwendeten und sogar mit Gold aufwogen. In unserem hochtechnisierten Zeitalter kann man Zucker problemlos industriell herstellen und jeder kann davon so viel verzehren, wie er möchte.

Die Auswirkungen sind überall zu sehen. Starke Leibesfülle entsteht bekanntlich nicht durch schlechte Luft. Doch abgesehen von der Gewichtszunahme der Menschen, begünstigt ein Übermaß an Zucker viele Krankheiten. Das weiß der Zahnarzt, der in einen kariösen Mund schaut ebenso, wie die Lehrerin, die versucht ihre zappelnden und unaufmerksamen Schüler zu bändigen.

Richtig, unser Körper benötigt Zucker. Haben wir zu wenig davon im Blut, fühlen wir uns müde, die geistige Leistungsfähigkeit sinkt. Deshalb kann unser Körper stärkehaltige Nahrung zu Glukose umwandeln, die in einer sanften Dosis den Blutzuckerspiegel anhebt und uns wieder Energie verleiht.

Wohlgemerkt ist die Nahrung entscheidend. Industriezucker in Form von Schokolade, Kuchen, Weißmehlprodukten sorgt für einen ungesund rasanten Anstieg der Konzentration des Zuckers im Blut. Die Bauchspeicheldrüse muss sehr viel Insulin produzieren, um den Zuckerpegel wieder zu senken. Dadurch wird sie übermäßig belastet.

Wer eine solche Ernährung jahrzehntelang beibehält, wird irgendwann entsprechende Auswirkungen spüren. Vielleicht stellt sich Diabetes ein oder man hat häufig mit Pilzinfektionen zu kämpfen. Zur Stärkung des Immunsystems trägt raffinierter Zucker nicht bei.

Ganz anders Stevia. Die in Südamerika beheimatete Pflanze, auch Honig- oder Süßkraut genannt, ist eine gesunde Alternative. Obwohl ihre Blätter von den Ureinwohnern Brasiliens und Paraguays seit Jahrhunderten zum Süßen verwendet werden, durfte sie in der Europäischen Union bisher nur zur kosmetischen Verwendung verkauft werden. Seit dem 02.12.2011 ist das anders. Jetzt darf Stevia in Konkurrenz zum herkömmlichen Zucker treten. Deklariert als Lebensmittelzusatzstoff E 960 sind die Produkte aus dieser Pflanze im Einzelhandel zugelassen.

Allerdings will das häusliche Süßen mit Stevia gelernt sein. Wer einen Teelöffel Zucker in seiner Kaffeetasse gewohnt ist, wird schüttelnd das Gesicht verziehen, tut er dasselbe mit Stevia. Die Süßkraft der Blätter ist je nach Art 10-30 Mal stärker als Zucker. Das aus der Pflanze gewonnene Extrakt Steviosid weißt sogar eine bis zu 400-fache Süßkraft auf. 1 TL Steviosid entspricht ca. 250g Zucker.

Der Blutzuckerspiegel wird dabei jedoch nicht negativ beeinflusst. Es ist das ideale Süßungsmittel für Diabetiker. Außerdem wirkt sich Stevia positiv auf Herz und Kreislauf aus, beugt Karies vor und unterstützt die Darmflora.

Im Stevialaden erhalten Sie verschiedene Produkte – Blattkrüll oder Steviosid, von allem gibt es Probiergrößen.

Ein leckeres Fruchteis bereite ich  zum Beispiel aus 300g gefrorenen Früchten (aus eigener Ernte), 100g Schlagsahne und ¼ TL Steviosid.

Praktische Anleitung anhand unterschiedlicher Rezepte erhalten Sie natürlich in meinen Kursen Kochen mit Stevia. Dort können Sie gern alles probieren und sich von der gesunden Süßkraft überzeugen.