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Ferien auf der Fruchtfarm „Quinta dos Passaros“

Die „Quinta dos Passaros“

Einfahrt zur Fruchtfarm

 Bevor ich mit meinem Bericht beginne, möchte ich vorwegnehmen, dass Urlaub auf der Quinta seit 2014 nicht mehr möglich ist. Dennoch ist es interessant und wissenswert zu erfahren, woher unsere so gut schmeckenden Früchte kommen , wie natürlich sie gedeihen und wie liebevoll Fam. Dornhoff dafür sorgt, dass sie wohlbehalten ihren Empfänger erreichen. 

Nach 5 Tagen kulturhistorischer Entdeckungstouren in Lissabon,
Belèm und Sintra sind wir nun auf unserem eigentlichen Ferienort „Quinta dos Passaros“ in Silves angekommen.
Allein der erste Eindruck überzeugte uns schon davon, dass wir hier im „Paradies auf Erden“ sind. Und nach der ersten Nacht können wir das auch tatsächlich bestätigen.

Ferienhaus auf der Quinta

Das kleine Ferienhaus ist ideal gelegen zwischen Bananenstauden, Palmen, großen Agaven, duftenden Orangenbäumen und ringsum blühenden bunten Blumenrabatten. Vor der Eingangstür, des in Holzblockbauweise errichteten Energiesparhauses, erwartet uns bereits Hauskatze Nani, deren Fressnapf auf Nachschub wartet. Sie und auch ihr Futter, dass gleich neben der Eingangstür steht, ist im Mietpreis mit enthalten. Kaum haben wir die Terrasse betreten,  gesellt sich der getigerte Leo zu Nana und  beobachtet uns neugierig. Er wartet nur auf den Moment, zur Tür mit hineinschlüpfen zu können. Aber das ist Nani`s Revier. Respektvoll zieht er sich zurück und überlässt ihr das „Reich“.

Im Inneren des Hauses empfängt uns ein reich gedeckter Tisch. Dass wir auf der Farm günstig Orangen kaufen könnten, haben wir ja gehofft, aber dass der Tisch voll gedeckt ist mit diesen Früchten überrascht uns nun sehr. Dazu noch Avocados und Zitronen; uns tropft regelrecht der Zahn.

Genau so wird jeder Feriengast empfangen

Nach einer kurzen Einweisung in die Gegebenheiten durch die Hausherrin Frau Dornhoff, die wirklich unseren Empfang liebevoll vorbereitet hat, können wir uns nun ohne Einschränkung dem Genuss der reifen, saftigen Orangen und Tangerinen hingeben. Frau Dornhoff erklärt uns nebenbei, dass diese Früchte ihre volle Reife erreicht haben, nicht mit chemischen Mitteln behandelt  und somit wirklich Bio-Früchte sind. Und das schmecken wir auch. Schon beim Schälen merken wir, wie uns das Wasser im Munde zusammenläuft. Und dann ist es endlich soweit; ein  herrlich  süß-saftiges Geschmackserlebnis. Das Fruchtfleisch enthält kaum Säure. Wir schmecken nur kräftige Natursüße, die mit den Orangen aus dem Supermarkt nicht annähernd vergleichbar ist. Da können wir einfach nicht inne halten und essen eine nach der anderen. Ein Genuss, den man nicht beschreiben kann, sondern selbst erleben muss. Schon beim Schreiben dieser Zeilen und dem Anblick der vielen Früchte vor mir auf dem Tisch, bildet sich wieder ein „Pfützchen“ auf meiner Zunge. Der Gedanke, dass wir diese Früchte nun jeden Tag während unseres Aufenthaltes hier in vollen Zügen genießen können, ist beruhigend.

Nach dieser Stärkung und einer guten Tasse Kaffee, machen wir uns nun erst mal auf den Weg zurück in die Stadt.

Blick auf Burgruine von Silves

Blick auf Silves

Die Farm liegt etwa 2km außerhalb. Bis zum nächsten Supermarkt ist es ein Fußmarsch von ca. 50 Minuten. Da wir auch ein paar Grundnahrungsmittel benötigen, wollen wir uns in der Stadt damit eindecken.

Viele Möglichkeiten gibt es nicht, denn es ist Sonnabend und die meisten Geschäfte haben schon geschlossen. Aber genau wie in Deutschland gibt es auch hier einen „Lidl“-Supermarkt, der bis in die Abendstunden geöffnet ist.

Es gibt nur eine Zufahrtstraße von der Farm zur Stadt, die rechts und links von Orangenhainen gesäumt ist.

Landstraße zwischen der Quinta dos Passaros und der Stadt Silves

Die Früchte ragen teilweise über die Zäune oder liegen sogar auf der Straße. Der Verlockung können wir natürlich nicht widerstehen und bedienen uns von dem übergroßen Angebot. Ähnlich wie die Apfelalleen in Deutschland hängen die Bäume voll davon.

Es ist wenig Verkehr in der Stadt und kaum Fußgänger anzutreffen, sodass wir vorwiegend auf unseren Instinkt angewiesen. Nach längerem Suchen finden wir tatsächlich den Supermarkt. Das Einkaufen ist relativ einfach, denn alles in den Regalen ist ähnlich eingeordnet wie in Deutschland, nur die Bezeichnungen sind anders. Aber kein Problem; schließlich haben wir neben der englischen Sprache auch Hände und Füße, um uns bei den Portugiesen verständlich zu machen. Da mischt sich auch schon ein Deutscher in unser gestenreiches Gespräch ein und zeigt uns alles, was wir brauchen.
Mit vollgepacktem Rucksack treten wir den Heimweg an. Die Sonne versteckt sich immer wieder hinter dichten, dunklen Wolken, die ein ziemlich starker Wind vorantreibt. Zum Glück brauchen wir unseren Regenschirm nicht. Das Thermometer zeigt bestimmt nicht mehr als 18°, aber für unseren Fußmarsch eine ideale Temperatur. Als wir auf der Quinta ankommen, sind wir sogar leicht ins Schwitzen geraten. Zur Stärkung genehmigen wir uns gleich wieder einige Orangen – herrlich.

Ein bisschen für Unruhe in der Nacht sorgen die Mücken, die trotz Gazefenster einen Weg ins Innere des Hauses gefunden haben. Aber auch dafür ist vorgesorgt. Über jedem Bett ist ein Mückennetz angebracht, unter dem wir vor den Quälgeistern geschützt in unseren wohlverdienten Schlaf sinken.

Als ich morgens aufwache ist es noch duster. Schlaftrunken überlege ich, wo ich bin; es ist kein Straßenlärm zu hören, nur ein gleichmäßiges Rauschen irritiert mich. Es erinnert an das Meer, aber das kann nicht sein. Das Vogelgezwitscher und die Rufe der Käuzchen geben mir Recht. Es ist der Wind, der mit den riesigen Blättern der Palmen spielt und jetzt weiß ich auch wieder; ich bin im Paradies „Quinta dos Passaros“.

Der Morgen ist es noch ziemlich frisch, aber sobald die Sonne sich durchgesetzt hat am wolkenverhangenen Himmel, steigt das Thermometer von 10 auf 15°. Die Nächte sind um diese Jahreszeit noch kühl, doch der Tag verspricht schon am jetzt sonnig zu werden. Als wir uns gegen 13.00Uhr auf einen Rundgang durch die Farm begeben, ist die Quecksilbersäule bereits auf 20° angestiegen.

Auf der Orangenplantage der Quinta dos Passaros

Das Gelände der „Quinta dos Passaros“, was übrigens übersetzt „Landgut der Vögel“ bedeutet, liegt wie die meisten hier am Berghang. Hier produziert Fam. Dornhoff seit 1993 auf einer 50ha großen Fläche Früchte nach ökologischen Gesichtspunkten – so wie es sich die Natur vorstellt.  Die steinigen Wege führen quer durchs Gelände und zeigen deutliche Spuren von Sonne, Wind und Regen. Die Obstflächen sind terrassenförmig angelegt und die Bäume tragen reichlich Früchte.

Während die einen Zweige schon wieder neue Blüten treiben, hängen an den anderen vollreife Früchte, die geerntet werden wollen. Aber das will gelernt sein, sagte uns Frau Dornhoff, die Eigentümerin der Farm. Denn wenn die Orangen beim Ernten am Stielansatz beschädigt werden, sind sie nicht mehr lange lagerfähig und könnten auf dem Transportweg verderben. Mit ebenso großer Sorgfalt erfolgt der Anbau und Pflege der Obstbäume. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, die Natürlichkeit der Früchte zu erhalten ohne den Boden auszulaugen. Demzufolge wird auch nur teurer organischer Dünger eingesetzt und der Schädlingsbefall durch Wein-Essig-Fallen in Grenzen gehalten. Die Früchte werden vollreif geerntet und nicht konserviert. Der Verbraucher kann also sicher sein, dass er tatsächlich Bioware erhält. Davon konnten wir uns vor Ort überzeugen. Fam. Dornhoff geht es nicht darum, ein spezielles Siegel zu präsentieren, sondern im Einklang mit der Natur zu leben und zu arbeiten.

Jede Orange wird sorgfältig per Hand geerntet.

Die Früchte werden erst dann geerntet und verpackt, wenn der letzte Bestelltag vorüber ist.  Um die Transportzeit von 7 Tagen (von der Farm bis zum Besteller) weitestgehend einzuhalten, werden die Pakete per klimatisierten LKW nach Deutschland gebracht und erst dort dem DHL-Versand übergeben. Ein kostspieliges Transportsystem, von dem der Verbraucher lediglich einen geringen Kostenanteil von 4,87€ (bis 23kg Verpackungsgewicht) trägt. Als jahrelanger Kunde kann ich nur bestätigen, dass dieses System bestens funktioniert.

Nachdem ich nun selbst am Leben auf der “Quinta dos Passaros“ teilhaben konnte, bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass ich als Kunde damit nicht nur meiner eigenen Gesundheit diene, sondern auch einen Beitrag zur Unterstützung derer leiste, die ihre Arbeitskraft dafür einsetzen, die Umwelt zu erhalten. Vielen Dank dafür an Fam. Dornhoff.

Die Algarve wird zu Recht auch als die „Grüne Lunge“ Portugals bezeichnet. Egal wohin unser Blick auch schweift, rundum gibt es riesengroße Orangenplantagen. Wir sind hier nur zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Überall steigt uns der angenehme Duft blühender Orangenbäume in die Nase.  

Orangen über Orangen

blühender Orangenbaum

Egal ob wir unseren Weg rechts oder links von der  Quinta aus wählen,  er führt immer durch  grüne Orangenhaine.

Wer mehr von der Gegend sehen will, ist gut beraten, wenn er sich ein Auto mietet. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich in Carvoeiro. Diese Option lassen wir uns für den nächsten Besuch offen. dieses Mal wollen wir die Gegend per Fuß eerkunden.

Außer der Hauptstraße gibt es noch eine  mit „Tourismo“ ausgeschilderte Nebenstraße. Sie windet sich am Berghang entlang, vorbei an kleinen Farmen, ist sehr unübersichtlich für den Autoverkehr und deshalb umso besser für Fußgänger. Auf der anderen Straßenseite haben wir immer den Blick auf die Kulisse der Stadt.

Gleich nach der „Quinta dos Passaros“ biegt man von der Hauptstraße ab und kommt an einem kleinen Kaffee vorbei. Für viele Einheimische  ist es das tägliche Stammlokal zum Mittagessen. Manche halten auch nur, um ein Schwätzchen zu machen und einen Kaffee zu trinken. Für uns ist es zu einem Ritual geworden, dass wir hier einen „Galào“ genießen und die Leute ein bisschen beobachten, bevor wir unseren Marsch in die Stadt fortsetzen.

Ein sehr empfehlenswerter Tagesausflug ist der Besuch des „Aqua-Familienzentrums“ in Estomba.

Aqua-Zentrum Estomba

Die vielen Wasserspiel und unterschiedlichen Rutschen

sorgen für  Badespaß und Abenteuer. Wer lieber direkt

im Meer badet, findet viele Möglichkeiten entlang der

Küste, die von Silves etwa 15km entfernt ist.

 

Bei nicht so schönem Badewetter ist das nahe gelegene Monchique-Gebirge ein lohnender Abstecher.

Beim „Wandern mit Uwe“ kann man sicher viel erleben und versteckte Regionen in der Bergwelt der „Sierra Monchique“ entdecken. Allerdings ist für solche geführten Wanderungen eine Mindestteilnehmerzahl erforderlich; uns war es leider nicht vergönnt. Aber eine Anfrage unter www.wandern-mit-uwe.de/kontakt.htm  lohnt   sich auf jeden Fall.

Wanderung auf den Fòia, mit 902m der höchste Berg der Algarve

 

 

Es gibt dort gut ausgeschilderte Wanderwege, die man aber auch allein erkunden kann. Selbst bei nicht so schönem Wetter war der Aufstieg auf den 902m höchsten Berg des Gebirges, dem Fòia, ein fantastisches Erlebnis.

 

 

Die Kleinstadt selbst beeindruckt mit ihren für Portugal typischen engen Gassen, die oftmals steil bergauf führen.  Sie liegt im Tal und am Berghang des „Fòia“ und ist wegen ihrer umliegenden Bäder bei Touristen sehr beliebt.

Im Stadtzentrum von Monchique

Blick auf Monchique vom Berghang des Fòia

Die 12 Urlaubstage auf der „Quinta dos Passaros“ waren natürlich, wie jeder Urlaub, viel zu schnell vorbei. Es gäbe noch so viel zu entdecken und erleben, was aber tief in der Erinnerung haften bleiben wird, ist der Duft und der zuckersüße Geschmack der Orangen von der Farm der Fam. Dornhoff.

Wir wünschen ihr allzeit gute Ernte und viele begeisterte Kunden. Danke, dass es Menschen wie sie gibt, die
den Respekt für unsere  Mutter Erde als eine mit Liebe und Dankbarkeit übernommene Verpflichtung betrachten“ (entnommen aus dem Angebots-Katalog der Quinta dos Passaros).

PS.: Auch wenn Urlaub auf der Quinta dos Passaros nicht mehr möglich ist, ein Aufenthalt  in der Algarve ist immer ein lohnendes Urlaubsziel. 

 

 

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Siegrun Hantsch

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